Die Zeitung „Tønsbergs Blad“ als Sprachrohr

14.06.2013, von Kåre J. Smith

Tønsbergs Blad (TB) hat wieder einmal sein „tiefschürfendes“ Scheinwerferlicht auf die Glaubensgemeinschaft „Brunstad Christian Church“ gerichtet, und wieder einmal dienen ausschließlich anonyme Quellen als Grundlage für die Artikel der Zeitung. Da es grundsätzlich jedermann freisteht, was auch immer über die Gemeinde zu sagen, wäre es naheliegend zu erwarten, dass die Zeitung ein Mindestmaß an Quellenkritik praktiziert.

Man könnte erwarten, dass die persönlichen Vorstellungen der Quellen dem Artikel nicht die erforderliche Objektivität und Sachlichkeit nehmen dürften. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Ein weiteres Mal muss die Redaktionschefin nun Stellung nehmen und bestätigen, dass man nicht das Geringste aufgedeckt hat, was nicht dem Tageslicht standhält. Kein Wunder, dass sie sich windet wie ein Aal, um diese massiven Schlagzeilen zu rechtfertigen.

Dieses Mal ist von einer Gruppe in der Schweiz die Rede, die die dortige Ortsgemeinde verklagt hat. Wir wundern uns darüber, dass dies für die Leserschaft in Tønsberg von Interesse sein soll. Doch weil die Sache so groß aufgemacht wurde, halten wir es dennoch für nötig, zum Inhalt der Schlagzeilen ein paar Anmerkungen zu machen.

Die Verantwortlichen dieser Gruppe, von der TB schreibt, sind in vielen Zusammenhängen in Erscheinung getreten. Es ist daher kein Geheimnis, dass es sich um die Brüder Phillip, Matthias, Stephan und Daniel Zürcher handelt, wobei die beiden letzteren diejenigen sind, die die Gemeinde in der Schweiz verklagt haben. Ihre Klage beinhaltete fünf Anklagepunkte – der erste davon ist das, was TB erwähnt. In diesem Punkt ist ein Urteil ergangen, das die Rechtsauffassung der Gemeinde vollkommen bestätigt; dieses Urteil hat inzwischen Rechtskraft erlangt. Bei den übrigen vier Punkten stellte das Gericht so viele Mängel in der Begründung der Kläger fest, dass diese Punkte abgewiesen wurden. Die Kläger wurden übrigens auch dazu verurteilt, der Gemeinde entstandene Prozesskosten zu bezahlen.

Für die Mitglieder der Gemeinde in der Schweiz ist es auch kein Geheimnis, welche Standpunkte diese Menschen vertreten: Sie sind ausgesprochene Gegner davon, dass die Gemeinde sich in den letzten Jahren der modernen Gemeinschaft angepasst hat. Dazu gehört, dass sie es ablehnen, dass auch Frauen in Entscheidungsgremien gekommen sind. Sie sind der Auffassung, dass Frauen dort nichts zu suchen haben und am besten ruhig sind. Frauen sollen sich so kleiden und benehmen, wie es nach deren ultrakonservativen Ansicht für Frauen richtig ist; sie sollen zum Beispiel ausschließlich Röcke tragen. Sie möchten in ein eher totalitäres und mehr von Männern dominiertes Regime zurück, wie es zu der Zeit vorhanden war, als deren Vater Gemeindeleiter in der Schweiz war. Die Brüder Zürcher sind sich natürlich im Klaren darüber, dass kein Journalist in Norwegen diese Art von  Einstellung zu seiner Berichterstattung machen würde. Daher müssen sie eine andere Vorgehensweise wählen, um ihre eigentlichen Ziele zu verfolgen. Und TB stellt sich selbstverständlich mehr als gerne als Mikrophonständer zur Verfügung.

Diese Menschen kritisieren die Gemeinde in der Schweiz wegen mangelnder Offenheit, doch die Mitglieder dort können es einem schriftlich geben, dass heute eine weit größere Offenheit vorhanden ist als zu der Zeit, als deren Vater Leiter war. Diese Menschen haben auch Satzungsänderungen kritisiert – offenbar ohne sich daran zu erinnern, dass diese Änderungen von ihrem Vater, der seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1967 Mitglied des Vorstands war, sowie von einem der ältesten Brüder der Familie und einem Vorstandsmitglied, das ebenfalls von Anfang an im Vorstand war, vorgenommen wurden. Beim Thema Offenheit ist die Wahrheit die, dass die Brüder Zürcher Antworten auf alle relevanten Fragen, die sie bezüglich der Finanzen von BCC gestellt haben, erhalten haben. So fand zum Beispiel mit Phillip eigens eine Besprechung in Brunstad statt, bei der er all die Fragen stellen durfte, die er gerne stellen wollte und bei der er auf sämtliche Fragen Antworten erhielt. Nachdem man die Sachverhalte durchgesprochen hatte, sagte er auch, dass er ganz grundsätzliche Aspekte der Finanzen der Gemeinde missverstanden hatte. Auch vor Ort in der Schweiz erhielten diese Brüder großzügig Zugang zu Informationen. Daher ist es nicht schwer zu verstehen, dass der Vorwurf, es fehle an Offenheit, nur ein Vorwand für ganz andere Ziele ist.

Es ist nicht „verboten“ bei BCC klare Meinungen zu haben. Doch diese Art von fortschrittsfeindlichen und unterdrückenden Anschauungen, die diese Brüder vertreten, ist in der Gemeinde nicht willkommen!

Aufgrund unserer früheren Erfahrungen sollten wir eigentlich nicht darüber erstaunt sein, dass Tønsbergs Blad sich von ihnen unkritisch als Mikrophonständer benutzen lässt. Aber wir finden es dennoch verwunderlich, dass die Zeitung nicht im Geringsten untersucht hat, was deren eigentliche Absichten sind. Oder ist das vielleicht gar nicht so wichtig, solange die Personen nur etwas Negatives über BCC sagen?